Andacht 40 Jahre Vokalensemble

Andacht 40 Jahre Vokalensemble
Bildrechte Daniel Ammon

Der Chorraum der Stadtkirche war an diesem Abend in stimmungsvolles Licht getaucht und die Bänke fast bis auf den letzten Platz besetzt als Christian Hübner an der Orgel mit den bekannten Klängen von „Here come’s the sun“ von George Harrison die Abendandacht, zu der das Vokalensemble Merkendorf geladen hatte, eröffnete. Als die sieben Sängerinnen den illuminierten Chorraum betraten und ein Lied von Pamela Natterer anstimmten, erfüllten die glockenhellen Stimmen das gesamte Gotteshaus. Die meisten der Mitwirkenden in dieser Formation singen seit nunmehr 40 Jahren miteinander. Aus einer Not kurz vor Weihnachten 1986 geboren, erfreut das Ensemble bei freudigen und traurigen Anlässen, zu Hochzeiten und Geburtstagsfeiern, zahlreiche Menschen. Diese waren es, die sich auf den Weg in die Stadtkirche gemacht hatten, um dieser besonderen Abendandacht zu lauschen. Der frühere Merkendorfer Diakon Heinrich Förthner ließ die historische Entwicklung des Vokalensembles Revue passieren. Kurz vor Weihnachten 1986 lag die Ehefrau von Stadtpfarrer Karl Schrems krank im Bett und konnte das Krippenspiel nicht mit den Kindern einstudieren. In seiner Not ging der Pfarrer auf die ein paar Kinder zu und bat diese einzuspringen. So hatten Susanne Droßbach, Margit Kistner, Jutta Schmidt und Edina Wiesenberg ihren ersten Auftritt am Heiligen Abend. Bis auf Schmidt sind alle noch Teil des Ensembles. Im zweiten Jahr kamen Birgit Heinrich, Elke Oberhäußer und Simone Wörrlein dazu. 1994 stießen mit Stephanie Heinrich und Kathrin Hohlheimer noch zwei Frauen dazu. Wörrlein und Schmidt, die 2025 verstorben ist, mussten wegen persönlicher Veränderungen das Vokalensemble wieder verlassen. „Niemand von euch hat geahnt, dass ihr nach vier Jahrzehnten immer noch miteinander singt“, machte Förthner deutlich. Musikalisch begleitete die Sängerinnen über die Jahre Robert Lindl an der Gitarre und heute noch Christian Hübner an der Orgel, Rainer Droßbach an der Gitarre und Moritz Droßbach am Keyboard. 
Ein Schwerpunkt liegt auf den Weihnachtsgottesdiensten. Daher erklangen bei der Dankandacht auch Stücke aus dieser festlichen Zeit. Aber auch viele andere Werke geistlicher und weltlicher Richtung eigneten sich die Sängerinnen über die Jahre an. „Aber es waren stets Lieder, die euch selbst etwas bedeuten“, erklärte der frühere Diakon. Auch eine Kassette nahm das Vokalensemble während ihres langen Wirkens auf, dazu noch eine CD Anfang der 2000er Jahre mit weihnachtlichen Stücken und eine gemeinsame Produktion mit dem Fränkischen Kammerchor. Er sei dankbar, während seines zwölfjährigen Wirkens in Merkendorf das Vokalensemble erlebt zu haben. „Es war eine wunderbare Zeit.“ Er könne auch für Pfarrer Detlef Meyer sprechen, der es sich nicht nehmen ließ und ebenfalls bei der Jubiläumsandacht zugegen war und der sogar über 30 Jahre das Wirken des Vokalensembles begleitet hatte. „Nicht nur auf Gottes Wegen, sondern mit Gottes Segen habt ihr so viele Menschen mit eurem Singen erfreut und getröstet.“ Dieser Feststellung schlossen sich alle Redner, von Förthner bis zum aktuellen Stadtpfarrer Thomas Meinders, an. 
Kathrin Hohlheimer dankte in ihren Worten Birgit Heinrich, die sich stets um das Organisatorische kümmert, das vom Heraussuchen neuer Lieder bis zu den Probenabenden reicht. 
Es war eine besondere stimmungsvolle Andacht, in der die Sängerinnen mit ihren perfekt aufeinander abgestimmten Stimmen ihr Können präsentierten und von Hübner und den beiden Droßbachs instrumental begleitet wurden. Nicht umsonst ging damals Pfarrer Karl Schrems auf genau die Gründungsmitglieder zu. Denn von der Musik verstand der noch heute in Merkendorf geschätzte Theologe einiges. Zwei Lieder konnte die Gemeinde mitsingen. Doch es war ein Abend, in dem das Vokalensemble mit Mittelpunkt stand. Der ABBA-Klassiker „Thank you for the music“ fasste die letzten 40 Jahre mehr als passend zusammen.

Daniel Ammon