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Kirchengeschichte Wachstein 2013

Wachstein
St.-Michaels-Kirche. Foto: unbekannt

 

Am klassischen Vorbild orientiert


Baufälliges Gotteshaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts neu errichtet

WACHSTEIN - Manchmal ist das Alte so baufällig, dass eine Instandsetzung sich nicht mehr lohnt oder auch nicht mehr möglich ist. Bei der St-.Michaels-Kirche in Wachstein war das der Fall. Das alte, aus dem 15. Jahr­hundert stammende Gottes­haus war so baufällig gewor­den, dass es abgebrochen werden musste und in den Jahren 1907/08 durch einen Neubau ersetzt wurde. Bei Bauarbeiten fand man im Be­reich des Kirchturms Funda­mente einer mittelalterlichen Kirche.
Beim Neubau der Kirche hielt man sich an das klassi­sche Vorbild. So steht auch heute der Kirchturm mit sei­nem spitzen Helm wieder im Osten und im Westen schließt sich das flachgedeckte Lang­haus an, dem wiederum ein Vorhaus und der Treppenauf­gang zur Empore vorgelagert sind. Die Kirche betritt man durch das Vorhaus. Hier ist im Blendbogen über der Tür ein Wandgemälde zu sehen, das Jakobs Traum von der Himmelsleiter darstellt mit dem Wort, das Jakob damals gesprochen hat, als er von seinem Traum erwachte: „Wie heilig ist diese Stätte, hier ist nichts ande­res, denn Gottes Haus und hier ist die Pforte des Himmels". Auch über dem Chorbogen ist ein Gemälde. En­gel halten ein Spruchband mit der Einladung Jesu: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und bela­den seid!" Eine Besonderheit ist die Kanzel südlich neben dem Chorbogen. Sie wurde für den Neubau neu geschaffen und löste eine neugotische Kanzel nördlich des Chorbogens ab. Ihr Kor­pus, den die Figuren des Apostels Paulus und Dr. Martin Luthers schmücken, ist rechteckig und der Zu­gang von einem Vorhang eingerahmt. Während bei der alten Kirche die Emporen an der Süd- und Westseite waren, sind jetzt Emporen mit Sprossenfelde­rung an der Nord- und West­seite. Auf der Westempore steht die Orgel aus dem Jahr 1899, die aus der alten Kirche übernommen wurde. Eben­falls aus der alten Kirche stammt auch der Altar. Im neugotischen Schrein befin­det sich ein von zwei Engeln flankiertes Kruzifix. Zu Fü­ßen des Gekreuzigten steht ein Kelch mit einer Hostie, eine Erinnerung an den Op­fertod Jesu und an das Heili­ge Abendmahl. Während der heutige Chorraum im Unter­geschoss des Turms mit ei­nem himmelblau gestriche­nen, mit goldenen Sternen versehenen Kreuzgratgewöl­be versehen ist, besaß der Chor der Vorgängerkirche ein tief herabgezogenes Kreuz­rippengewölbe.
Interessant sind auch die Glasgemälde in den Fenstern der südlich an den Chor an­gebauten Sakristei, die An­betung Christi durch die Wei­sen aus dem Morgenland und die Himmelfahrt darstellend. Einladend wirkt das im um­mauerten Kirchhof am Hang liegen­de, weiße Gotteshaus, und die Wachsteiner lassen sich gerne einladen, besonders zum Kirchweihgottes­dienst, wenn die drei Glocken rufen: Kommt her, ihr Christen, voller Freud ...", gemäß den Worten eines bekannten Kirchweihchorals. GÜNTER L. NIEKEL

 

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 28.09.2013

©Text: Pfarrer Günter L. Niekel

Foto: Google Unbekannt

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

 

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